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Information zur Konferenz 2009 Drucken

NIC 09 – Interkulturelle Bildung in Österreich. Gegenwart und Zukunft

"Interkulturelle Bildung" ist ein Schlagwort, unter dem grundverschiedene, zuweilen sogar gegensätzliche Konzepte und Praktiken verstanden werden. Das Bedeutungsraster des Begriffs "interkulturell" wurde mit seiner zunehmenden Verbreitung in den Bereichen Bildung, Wirtschaft und Verwaltung so weit ausgebeult, dass auch Ziele und didaktische Grundsätze interkultureller Bildungsangebote einer semantischen und funktionalen Beliebigkeit ausgesetzt sind. Folgende Fragen warten auf ihre Antwort:

  • Worin ist der interkulturelle Anspruch einer Didaktik begründet? Was bedeutet "interkulturell" im Bildungszusammenhang?
  • Wodurch unterscheidet sich interkulturelle Bildung von der nicht-interkulturellen? Durch Inhalte oder durch Methoden? Durch gesellschaftspolitische Aufgaben? Oder durch den Prozess des Lehrens und Lernens samt seinen Dominanzverhältnissen?
  • Interkulturelle Trainings, die fast ausschließlich an der Vorbereitung von Personen für den Auslandsdienst ausgerichtet sind; Lehrgänge, die auf Steigerung individueller interkultureller Kompetenz fokussieren; anti-rassistisch angelegte, auf Selbstermächtigung der TeilnehmerInnen abzielende Workshops; das "Unterrichtsprinzip interkulturelles Lernen" im Schulbereich – handelt es sich bei all diesen Konzepten und Angeboten um eine Sache mit verschiedenen Anwendungsbereichen? Oder haben wir es eher mit einem "Container-Begriff" zu tun, der – wie etwa auch der Kultur-Begriff – alles und letztendlich nichts bezeichnet?
  • Kurzum: Wie können wir dem oft geäußerten Verdacht begegnen, "interkulturelle Bildung" sei ein Modebegriff, das – einem Placebo gleich – vornehmlich zur beruhigenden Wirkung eingesetzt werde?
  • Anhand welcher Maßstäbe können bestehende Bildungskonzepte und -praktiken bewertet werden, die den Anspruch erheben, interkulturell zu sein? In was für einem Prozess können solche Maßstäbe entwickelt werden?

Die Konferenz NIC 09 – Interkulturelle Bildung in Österreich. Gegenwart und Zukunft will ein Beitrag zur Klärung dieser Fragen sein. An zwei Tagen werden die TeilnehmerInnen der Realität interkultureller Bildung – mit besonderem Fokus auf Erwachsenenbildung und universitäre Bildung in Österreich – kritisch nachspüren und die zukünftigen Chancen und Möglichkeiten in diesem Feld ausloten.

Den Auftakt macht eine Podiumsdiskussion mit Gästen, die beruflich in unterschiedlichen Zusammenhängen von Bildung und/oder Interkulturalität angesiedelt sind. Sie sollen ihre Einschätzung darüber darlegen, was interkulturelle Bildung bisher hierzulande bewirkt hat und welchen Stellenwert sie in unserer Gesellschaft einnimmt.

Am zweiten Tag sollen Vorträge von ExpertInnen im Plenum sowie in Workshops relevante Probleme, die interkulturelle Bildungsarbeit aufwirft, aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten. In den Workshops werden die Fragen durch alle TeilnehmerInnen vertieft und Ergebnisse für das Plenum festgehalten.

Die Konferenz ist vor allem dem Netzwerk-Gedanken verpflichtet, der letztes Jahr im Rahmen der ersten NIC-Konferenz (NIC 08, September 2008 an der Donau-Universität Krems) der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

 
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